Aus für die traditionelle „Hanseboot“ Messe in Hamburg

Hamburg-Hanseboot-EndeDer Schock sitzt tief: Nach immerhin 58 Jahren verkündet der Messe Chef Bernd Aufderheide das Aus für die „Hanseboot„, eine Art Flaggschiff unter den Bootsmessen. Hamburg wird zugleich ein Stück ärmer an Events.

Zu viele Bootsmessen? Hamburg gibt auf

Für viele Hamburger, aber auch für nicht-Hamburger war und ist die im Spätherbst statt findende Hanseboot so etwas wie ein Highlight der Saison. In den geräumigen Messehallen in Ruhe Maritimes bewundern zu können, das gehört für viele Besucher zu einem herbstlichen Wochenende wie der Spaziergang an der in Nebel gehüllten Elbe. Nun ist es aber spruchreif – die „Hanseboot“ wird es nach 58 Jahren in Folge ab 2018 nicht mehr geben. Dies ist ein Schock für viele Fans, aber vermutlich auch das Resultat der Diversifizierung der Bootsszene.

Aus dem Osten kam einiges Neues

Hamburg war natürlich lange Zeit als DIE westdeutsche Hafenstadt prädestiniert dafür, das führende Event im Bereich der Motorboote bei sich willkommen zu heißen. Mit der Öffnung der Mauer war diese Exklusivität jedoch vorbei. Auch Rostock hat schließlich eine stolze hanseatische Vergangenheit und ist heute mit diversen Messen rund um „Meer und mehr“ sehr eifrig am Start. Die Hamburger „Hanseboot“ ist also schon seit längerem alles andere als konkurrenzlos, und für viele Besucher sind auch andere Städte wie Düsseldorf nicht uninteressant. Der Kuchen, wenn man es so nennen will, wird seit Jahren in immer kleinere Stücke aufgeteilt, bis für den einzelnen Messebetreiber nicht mehr allzu viel übrig bleibt.

Rückläufige Besucherzahlen in Hamburg

Messe-Chef Bernd Aufderheide ist mit den traurigen Besucherzahlen nun an die Öffentlichkeit gegangen. Diese waren gerade in den letzten Jahren so stark rückläufig, dass es ihm nicht länger sinnvoll erscheint, die Messe unter diesen Bedingungen zu finanzieren und damit zu erhalten. 2016 wurden nur noch 68.000 Besucher gezählt, ein extremer Rückgang gegenüber den deutlich besseren 2000 Jahren. So nimmt Aufderheide dies auch als Zeichen, dann aufzuhören, wenn es klar ist, dass die Besucher in Hamburg und der „Hanseboot“ nicht mehr das Ereignis schlechthin erblicken. Dass sie in diesem Jahr sozusagen Abschied feiern kommen – das wünscht man den Betreibern, die sehr viel Energie und Herzblut in diese Messe gegeben haben.

Fazit:

Die Gründe sind vielfältig, ein Plus an Messen, mehr Konkurrenz aus dem ehemaligen Osten Deutschlands: Fakt ist, dass die traditionelle Messe „Hanseboot“ 2017 zum letzten Mal ihre Tore öffnet. Seien Sie dabei – ein Stück Bootsmessegeschichte geht zu Ende!

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