Insolvenz bei Bavaria Yachtbau in Giebelstadt

Insolvenz beiMitte April diesen Jahres musste Bavaria Yachtbau Insolvenzantrag stellen. Die gute Auftragslage und volle Messestände reichten leider nicht aus.

Deutschlands zweitgrößte Sportbootwerft meldet Insolvenz an

Bavaria war gezwungen, Mitte April Insolvenz anzumelden. Offenbar war der Liquiditätsbedarf zuletzt einfach zu groß, um auflaufende Verluste kompensieren zu können. Die Gesellschafter von Anchorage und Oaktree haben daher nun beschlossen, dass sie eine Aufrechterhaltung des Betriebs bei Bavaria Yachts nicht mehr anstreben werden. Bilanziell ist dessen Holding schon längere Zeit überschuldet und auch Kredite in Höhe von mehreren Millionen Euro muss das Unternehmen stemmen. Dieser Schuldenberg entstand nicht nur durch den Kauf der Werft, sondern auch durch viele defizitäre Geschäftsjahre des Unternehmens.

Als Hauptverantwortlicher für die aktuelle Schieflage gilt CEO Lutz Henkel. Dieser musste bereits seinen Posten räumen. Die Nachricht kam im Grunde äußerst überraschend für die Wassersportbranche, denn die meisten Werften des Unternehmens konnten seit dem Jahr 2016 eine dauerhaft bessere Nachfrage verzeichnen. Auch Bavaria selbst jubelte zuletzt noch über riesige Messeerfolge und konnte einen Verkaufsrekord nach dem anderen bekanntgeben. Besonders in den innovativen, neuen Modellen der R- und E-Serie sah man eine vielversprechende Chance.

Für Bavaria kam der Richtungswechsel zu spät

Udo Hafner, der Dienstleiter beim Bau der E-Serie betonte, dass das äußerst hohe Engagement aller Beteiligten leider nicht ausgereicht habe. Der Richtungswechsel kam einfach zu spät. Mit dem Verkauf an Investoren und dem damit verbundenen Setup seien Fehler gemacht worden, die nicht mehr grade zu biegen waren. Es fehlte an Konsequenz, die teuer angeschafften aber viel zu komplexen Strukturen einfach über Bord zu werfen.

Und in der Tat: Bei Bavaria fehlte es weder an neuen Bootsmodellen, noch an Aufträgen. Daher ist zu vermuten, das die Probleme eher in den Produktionsprozessen zu finden sind. Bereits im Vorjahr berichteten Insider von Liefer- und Produktionsschwierigkeiten, nachdem man die bewährte Fließbandarbeit modifizierte. Es spricht also einiges dafür, dass es zuviel des Guten und Großen für den Betrieb war.
Zudem wurde auch zu lange damit gewartet, neue Aufträge durch eine Erneuerung der Flotte zu erhalten. Statdessen versuchte man, die Bestandsmodelle zu verkaufen indem mit Rabattaktionen gelockt wurde.

Das endgültige „Aus“ für Bavaria Yachtbau?

Der Insolvenzverwalter Tobias Brinkmann entscheidet nun, wie es für Bavaria weitergeht. Für die mehr als 600 Beschäftigten des Betriebs soll es vorerst unverändert weitergehen. Seitens des Unternehmens wurde bestätigt, dass die Löhne und Gehälter zumindest bis Juni 2018 gesichert sind.

Insofern es gelingt, fürs Erste den Fortbestand des Betriebs zu gewährleisten, würden die Verluste für Händler und Eigner, die bereits Boote angezahlt haben, sowie für in Vorleistung gegangene Zulieferer weitestgehend vermieden werden können.

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