Prüfung für Sportbootführerschein wird reformiert

SportbootführerscheinDer Gesetzgeber stellt ab 1. Mai 2012 die Prüfungen für die Sportbootführerscheine um. Kernpunkte der Reform sind die Umstellung des Prüffragenkatalogs auf das Multiple-Choice-Verfahren und die größere Gewichtung der Fragen auf die Praxis des Führen eines Bootes. Im Gegenzug wird der theoretische Teil deutlich gekürzt. Wie das Bundesministerium für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung in einer Presseerklärung am 29. 10.2011 weiter ausführt, sollen auch die beiden Führerscheingattungen Binnen und See besser aufeinander abgestimmt werden. So ist es künftig möglich, in einem Modulsystem gleichartige Prüfungsthemen nur einmal absolvieren zu müssen. So ist die beispielsweise die Beantwortung des Pakets der Basisfragen im Multiple-Choice-Verfahren nur noch einmal notwendig.

Auch kritische Stimmen
Die Reform stößt nicht nur auf Zustimmung. Einzelne Verbände und Wassersportexperten kritisieren zum Beispiel, dass im Multiple-Choice-Verfahren, also dem Ankreuzen der richtigen von vier Antworten, jeder „Zwischenton“ nicht mehr in die Bewertung einfließen kann wie bisher. Schüler, die die Materie prinzipiell verstanden hätten, würden mit Fachbegriffen im Multiple-Choice-Verfahren wider besseres Wissen zu falschen Antworten verleitet. Auch die versteckte Erhöhung der benötigten Prozente an richtigen Antworten für das Bestehen stößt auf wenig Gegenliebe.

Absolute Anzahl der Prüffragen sinkt
Nach dem Stand der Beratungen zum Datum der Presseerklärung plant das Ministerium ein Basismodul mit ungefähr achtzig Fragen für Binnen und See, ein spezielles Modul See mit 220 Fragen, das Binnen-Allgemeinmodul auch mit 220 Fragen und dem Binnenzusatzmodul Segeln mit fünfzig Fragen. Für die Nur-Segler fallen im Basismodul die motorspezifischen Fragen weg. Der genaue Wortlaut der Fragenkataloge im Multiple-Choice-Verfahren wird am 15. November 2011 in einem Sonderband des Verkehrsblattes des Bundesministeriums unter verkehrsblatt.de veröffentlicht.

Befürchtungen wegen Gebühren und Durchfallquote
Skeptiker warnen davor, dass die Aufwertung des Praxisteils und die Antwortquote von dann neunzig Prozent – statt bisher achtzig – zu höheren Durchfallquoten führt. Eine mündliche Prüfung fände gar nicht mehr statt und bei der, im Zuge von Reformen, gängigen Praxis, die Prüfgebühren zu erhöhen, wird sich für den Interessenten die Reform nicht in Erleichterung niederschlagen, sondern lediglich höhere Kosten für die Erlangung des Sportbootführerschein bedeuten.

Category Bootszubehör, News

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