Rennboote aus sechs Jahrzehnten in Sinsheim

Rennboote aus sechs Jahrzehnten in SinsheimEine Sonderausstellung „Rennboote & Motoren“ zeigt das Sinsheimer Museum für Auto und Technik noch bis 30.09.2011. Es werden Highlights des Wassersports von den 1950er Jahren bis heute präsentiert. Die Ausstellung ist täglich von 09.00 – 18.00 Uhr geöffnet.

125 Jahre Motorbootsport in Deutschland
1886 konstruierte Gottlieb Daimler das erste Motorboot, und damit fiel der Startschuss für den Motorboot-Rennsport, der in Deutschland schnell populär wurde. Rennstrecken gab es bald auf der Elbe in Dresden, der Grünauer Regattastrecke in Berlin, in Lauffen am Neckar, Rhein Lorch oder Mosel Brodenbach und noch vielerorts weiter. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung nach dem Krieg, als sich in den 1950er Jahren die Wassersportfreunde wieder zu Rennen zusammenfanden. Highlights sind unter anderem ein 1963er Dreipunktrennboot mit 500 cm³-Motor, ein Stufenrennboot aus dem Jahr 1952 mit einem Motor von König (175 cm³), ein Katamaran der Formel ADAC, der mit einem 500 cm³-Tohatsu-Motor fährt und ein 1978er Proprider mit einem 250-cm³ von Zimpel. Die Motoren von Zimpel, IWL und König sind sicher für die Besucher besonders interessant. Schon 1935 stellte die Firma König aus Berlin ihren ersten Rennsport-Motor vor, bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1998 war sie in dieser Kategorie aktiv. Sie residierte in Ost-Berlin und war zu DDR-Zeiten eine Vorzeigefirma, deren Produkte weltweit vertrieben wurden.

Die Brücke zum heutigen Rennsport
wird mit dem Boot der Formel ADAC geschlagen. Die aus Bootsbausperrholz und GFK gefertigten Katamarane erreichen mit den 40 PS des Tohatsu-Außenborders Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Sie sind auf mindestens 260 kg Gewicht normiert und müssen absolut baugleich sein. Schon 16jährige Fahrer dürfen an den Rennen teilnehmen, die seit 1999 stattfinden. Der dänische Bootsbauer Christen Molgaard hat die Boote exklusiv für den ADAC entworfen. Durch ihre Baugleichheit entscheiden in der Formel ADAC ausschließlich Geschick und Können des Fahrers über die Platzierung.

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