Saison 2013 – hohe Nachfrage nach Anhebung der Führerscheingrenze erwartet

Nachfrage nach Anhebung der Führerscheingrenze erwartetFreunde des Wassersports dürfen sich freuen, Lobbyverbände sehen die neue Regelung eher kritisch, und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bleibt erst einmal ganz gelassen. Seit Ende 2012 wurde die alte Regelung entschärft, nach der Boote mit einem Motor von mehr als 5 PS führerscheinpflichtig sind. Die neue Höchstgrenze liegt nun bei 15 PS, gleich ob es sich um einen Innenbord- oder Außenbordmotor handelt. Bei der Fachmesse boot 2013 in Düsseldorf wurde Anfang des Jahres schon einmal kräftig gefeiert, eine ganze Halle war nur der neuen Regelung und der jetzt für alle Interessenten freigegebenen Bootstypen gewidmet.

Das Interesse steigt stetig an
Dieses gestiegene Interesse habe dann auch den entscheidenden Ausschlag gegeben, die bestehenden Vorschriften zu lockern, war aus dem Bundesministerium für Verkehr als Begründung zu hören. Man wolle vor allem jungen Menschen die Möglichkeit geben, leichter und ohne bürokratische Hürden am Wassersport teilzunehmen. Es werden allerdings auch offen andere, wirtschaftliche Gründe eingeräumt. So werde gehofft, dass der Absatz größerer Boote von der neuen Verordnung angekurbelt werde. Freuen dürfen sich auch die Verleiher und Charterunternehmen, die schon seit Längerem auf einer Überarbeitung der alten Richtlinien gedrängt hatten. Sie erwarten einen deutlichen Anstieg der Nachfrage für die kommende Saison 2013.

Es gibt Einschränkungen und Ausnahmen
Wie woanders auch müssen auf See gewisse Bedingungen erfüllt werden, um von der Verordnung profitieren zu dürfen. Die wesentliche dürfte sein, dass der Bootsführer mindestens 16 Jahre alt sein muss. Ausnahmen gibt es im Seebereich, hier dürfen auch Jugendliche unter 16 Jahren mit maximal 5 PS unterwegs sein. In der Binnenschifffahrt gilt des Weiteren eine Promillegrenze von 0,5, ab einem Wert von 1,1 liegt eine totale Fahruntauglichkeit vor, die keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat darstellt. Die Regelung von 15 PS gilt prinzipiell in ganz Deutschland, als erste Gewässer wurden jedoch bereits der Rhein und der Bodensee von der Neuregelung ausgeschlossen – hier bleibt es bei maximal 5 PS. Berlin hat angekündigt, dass es prüfen werde, ob es diesem Beispiel für die notorisch überfüllten Berliner Gewässer folgen werde.

Die Lobbyverbände zeigen sich kritisch
Ablehnung war auch vonseiten der großen Wassersportdachverbände DSF und DMYV zu hören – sie befürchten, dass unausgebildete Bootsführer ohne die minimalen Grundkenntnisse des Seerechts und der Verkehrsregelung die Unfallgefahr erhöhen. Das verantwortliche Ministerium hingegen teilt diese Auffassung nicht und ließ in einer Stellungnahme erklären, die derzeit eingeführten Grenzen würden nach drei Jahren evaluiert. Solange wolle man jedoch erst einmal die Entwicklung beobachten und optimistisch. Für eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung sehe man neben den bereits existierenden Regeln ebenfalls keinen Anlass.

Category News

Multimag Comments

We love comments
No Comments Yet! You can be first to comment this post!

Your data will be safe! Your e-mail address will not be published. Also other data will not be shared with third person. Required fields marked as *